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<title>Fettgewebe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Fettgewebe</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Fettgewebe</b> ist eine an verschiedenen Stellen des <a href="Menschlicher_K%C3%B6rper" title="Menschlicher Körper">Körpers</a> auftretende Form des <a href="Bindegewebe" title="Bindegewebe">Bindegewebes</a>, die aus Fettzellen (<i><a href="Adipozyt" title="Adipozyt">Adipozyten</a></i>) aufgebaut ist. Grundsätzliche Aufgabe der Fettzelle ist es, in ihrem Zellleib sowohl <a href="Fette" title="Fette">Fett</a> als auch Wasser zu speichern und bei Bedarf wieder freizugeben. Nachdem dabei lange Zeit nur zwischen zwei Formen des Fettgewebes mit unterschiedlichen Funktionen – dem <i>weißen</i> und <i><a href="Braunes_Fettgewebe" title="Braunes Fettgewebe">braunen Fettgewebe</a></i> – unterschieden wurde, ist inzwischen auch eine dritte Form des Fettgewebes – das so genannte <i><a href="Beiges_Fettgewebe" class="mw-redirect" title="Beiges Fettgewebe">beige Fettgewebe</a></i> – entdeckt worden, das eine Zwischenstellung zwischen den zuvor genannten beiden einnimmt.<sup id="cite_ref-:0_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-:1_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-:1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Farbe_menschlichen_Fettgewebes">Farbe menschlichen Fettgewebes</h2></div>
<p>Menschliches Fett hat je nachdem, wo es ab- bzw. eingelagert ist, eine unterschiedliche Farbe. Unterhaut- bzw. <a href="Subkutan" title="Subkutan">subkutanes</a> Fett ist meist gelb bis gelb-orange. <a href="Viszerales_Fettgewebe" class="mw-redirect" title="Viszerales Fettgewebe">Viszerales Fett</a> (d. h. Bauchfett um die Organe) ist eher weiß-gelb. Fett im menschlichen <a href="Knochenmark" title="Knochenmark">Knochenmark</a> ist intensiv gelb. Intramuskuläres Fett ist blass weiß. Je gelber bzw. orangener das menschliche Fettgewebe, desto mehr <a href="Carotinoide" title="Carotinoide">Carotinoide</a> enthält es. Diese nimmt der Mensch über Nahrungsmittel auf und werden von ihm weniger effizient in <a href="Vitamin_A" title="Vitamin A">Vitamin A</a> verstoffwechselt, als dies bei manch anderen Säugetieren der Fall ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weißes_Fettgewebe"><span id="Wei.C3.9Fes_Fettgewebe"></span>Weißes Fettgewebe</h2></div>
<p>Wenn man von Fettgewebe im <a href="Menschlicher_K%C3%B6rper" title="Menschlicher Körper">menschlichen Körper</a> spricht, so ist fast immer das sogenannte weiße Fettgewebe gemeint, da es sehr viel häufiger als das braune und beiges Fettgewebe vorkommt. Die Bezeichnung „weißes Fett“ beim Menschen bezieht sich nicht auf die <a href="Makroskopie" class="mw-redirect" title="Makroskopie">makroskopische</a> Farbe, sondern auf die zelluläre Struktur und Funktionsweise des Gewebes. Das „weiße Fettgewebe“ erhält seinen Namen daher, dass in <a href="Histologisch" class="mw-redirect" title="Histologisch">histologischen</a> Standardpräparaten fast immer das Fett ausgelöst ist und die Zellen daher völlig leer, das heißt unter dem Mikroskop weiß, erscheinen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vorkommen_und_Aufgaben">Vorkommen und Aufgaben</h3></div>
<p>Einzelne oder Gruppen von Fettzellen können fast überall im Körper, eingelagert in das <a href="Bindegewebe#Lockeres_Bindegewebe" title="Bindegewebe">lockere Bindegewebe</a>, vorkommen. Im eigentlichen Fettgewebe in bestimmten Körperregionen dagegen sind zahlreiche Fettzellen durch Bindegewebe in Läppchen zusammengefasst. Das Fettgewebe ist immer gut mit Blutgefäßen versorgt.
</p><p>Das weiße Fettgewebe erfüllt verschiedene Funktionen:
</p>
<ul><li><i>Speicher-</i> oder <i>Depotfett</i>: <a href="Lipide" title="Lipide">Lipide</a> sind energiereiche Verbindungen. Durch den hohen <a href="K%C3%B6rperfettanteil" title="Körperfettanteil">Fettanteil des Körpers</a> hat der Mensch Reserven, um mehrere Wochen ohne Nahrungszufuhr auszukommen. Je nach Geschlecht und Ernährungszustand macht das Depotfett 10 % (Sportler, extrem schlanke Menschen), 15–25 % (Normalgewicht) oder bis weit über 50 % (fettleibige Menschen) des Körpergewichtes aus. Die Funktion als Depotfett erfüllt vor allem das Fettgewebe in der Unterhaut (<a href="Subkutis" title="Subkutis">Subkutis</a>), hier hauptsächlich die Speckschicht am Bauch und den Gesäßbacken (ausgeprägte Fettdepots) und am <a href="Bauchfell" title="Bauchfell">Bauchfell</a>.</li>
<li><i>Isolierfett</i>: Da Fett ein schlechterer <a href="W%C3%A4rmeleitung" title="Wärmeleitung">Wärmeleiter</a> als andere Gewebe ist, eignet es sich als <a href="W%C3%A4rmed%C3%A4mmung" title="Wärmedämmung">Wärmedämmung</a> des Körpers. Es schützt vor allem auch das Fett (Speckschicht) in der Unterhaut (subkutanes Fett) vor zu schnellem Wärmeverlust. In der Unterhaut liegen etwa 65 % des Gesamtfettes vor, der Rest liegt im Bauchraum.</li>
<li><span id="Baufett"></span><i>Baufett</i>: Fettgewebe dient an bestimmten Stellen auch als mechanischer Schutz in Form eines druckelastischen Polsters (<a href="Corpus_adiposum" title="Corpus adiposum">Corpus adiposum</a>): unter der Fußsohle, an <a href="Gelenk_(Anatomie)" title="Gelenk (Anatomie)">Gelenken</a> (im Kniegelenk als <a href="Hoffa-Fettk%C3%B6rper" title="Hoffa-Fettkörper">Hoffa-Fettkörper</a>), an der Wange (<a href="Corpus_adiposum_buccae" class="mw-redirect" title="Corpus adiposum buccae">Corpus adiposum buccae</a>, auch Bichat-Fettpfropf), am <a href="Ges%C3%A4%C3%9F" title="Gesäß">Gesäß</a> sowie als Organlager im Nierenlager (<a href="Capsula_adiposa" class="mw-redirect" title="Capsula adiposa">Capsula adiposa</a>), bei den Herzkranzgefäßen und unter dem Augapfel (<a href="Corpus_adiposum_orbitae" class="mw-redirect" title="Corpus adiposum orbitae">Corpus adiposum orbitae</a>). Das Baufett wird bei Nahrungsmangel erst als letzte Reserve mobilisiert – hierher rühren die tiefen, eingefallenen Augen von Menschen nach Hungerkatastrophen.</li>
<li><i>Stoffwechselorgan</i>: Das Fettgewebe spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel durch Sekretion hormonartiger Substanzen.</li></ul>
<p>An einigen Körperstellen ist das <a href="Subkutis#Unterhautfettgewebe" title="Subkutis">Unterhautfettgewebe</a> im Regelfall nur sehr schwach ausgeprägt (Hand- und Fußrücken, Nase, Augenlid, Lippe, <a href="Penis" title="Penis">Penis</a> und <a href="Skrotum" class="mw-redirect" title="Skrotum">Hodensack</a>, <a href="Labia_minora" class="mw-redirect" title="Labia minora">kleine Schamlippe</a> sowie an der Ohrmuschel (aber nicht Ohrläppchen)). Besonders ausgeprägte Fettdepots befinden sich als mehrere Zentimeter dicke Schicht am <a href="Abdomen" title="Abdomen">Bauch</a> und an den Gesäßbacken. Die Dicke des Bauches sowie Form, Größe und Gewicht der Gesäßbacken werden dabei durch den Trainingszustand der Muskulatur und die Menge des eingelagerten Fettes (Mastfett) bestimmt, hängen also auch vom Ernährungszustand ab. Die Menge des Depotfettes beträgt bei Normalgewichtigen etwa 15 kg bei Männern und etwa 15–20 kg bei Frauen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Fettzellen (Adipozyten) werden vom Körper zwar abgebaut, doch auch ständig wieder durch neue ersetzt, wobei auch das intrazelluläre Fett einem ständigen Austausch unterliegt. Durch Diäten kann daher zwar das im Fettgewebe gespeicherte Fett, nicht jedoch das Fettgewebe selbst abgebaut werden.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Chemische_Zusammensetzung">Chemische Zusammensetzung</h3></div>
<p>Das Fett im menschlichen Fettgewebe setzt sich aus folgenden <a href="Fetts%C3%A4ure" class="mw-redirect" title="Fettsäure">Fettsäureanteilen</a> zusammen: <a href="%C3%96ls%C3%A4ure" title="Ölsäure">Ölsäure</a> 42–51 %, <a href="Palmitins%C3%A4ure" title="Palmitinsäure">Palmitinsäure</a> 21–30 %, <a href="Palmitoleins%C3%A4ure" title="Palmitoleinsäure">Palmitoleinsäure</a> und <a href="Stearins%C3%A4ure" title="Stearinsäure">Stearinsäure</a>, beide 5–8,5 %, <a href="Myristins%C3%A4ure" title="Myristinsäure">Myristinsäure</a> 2–6 %. Das Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren beträgt etwa 60:40.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Histologische_Merkmale">Histologische Merkmale</h3></div>
<p>Die Adipozyten des weißen Fettes sind recht große Zellen (bis zu 100 µm), deren Zellleib fast vollständig von <i>einem</i> großen Lipidtropfen ausgefüllt ist; deshalb spricht man von <i>univakuolären</i> Fettzellen. Der Zellkern ist durch die riesige Vakuole an den Rand gedrückt und abgeflacht, andere <a href="Zellorganell" class="mw-redirect" title="Zellorganell">Zellorganellen</a> oder viel <a href="Zytoplasma" class="mw-redirect" title="Zytoplasma">Zytoplasma</a> sind meist nicht zu erkennen (man spricht von Ähnlichkeit mit einem Siegelring). Die Fettvakuole ist nicht, wie etwa Sekretvesikel, von einer <a href="Biomembran" title="Biomembran">Biomembran</a> umgeben, sondern liegt „frei“ im <a href="Zytosol" class="mw-redirect" title="Zytosol">Zytosol</a> vor. Sie ist allerdings von <a href="Intermedi%C3%A4rfilamente" title="Intermediärfilamente">Intermediärfilamenten</a> umsponnen, um sie zusammen- und in Form zu halten. Jeder einzelne Adipozyt ist von einer <a href="Basallamina" class="mw-redirect" title="Basallamina">Basallamina</a> und von <a href="Extrazellul%C3%A4re_Matrix#Retikuläre_Fasern" title="Extrazelluläre Matrix">retikulären Fasern</a> umgeben, die die Zelle auch unter gewisser Krafteinwirkung (siehe Baufett) in Form halten. Das weiße Fettgewebe ist reichlich durch Blutkapillaren versorgt.
</p><p>Menschliches Fett ist von der Konsistenz her eher ölig (hoher Gehalt an Ölsäure) und bei Körpertemperatur halbflüssig.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fettspeicherung">Fettspeicherung</h3></div>
<p>Adipozyten nehmen <a href="Fetts%C3%A4uren" title="Fettsäuren">Fettsäuren</a> aus dem Blut auf und synthetisieren mit α-Glycerophosphat (aktiviertes <a href="Glycerin" title="Glycerin">Glycerin</a>) aus ihrem Stoffwechsel (Nebenweg der <a href="Glykolyse" title="Glykolyse">Glykolyse</a>) die Lipide, die in der Zelle gespeichert werden (<a href="Fetts%C3%A4uresynthese" title="Fettsäuresynthese">Fettsäuresynthese</a>). Bei Bedarf können die Lipide wieder in ihre Bausteine gespalten (<a href="Lipolyse" title="Lipolyse">Lipolyse</a>) und an das Blut abgegeben werden, so dass andere Zellen sie zur Energiegewinnung nutzen können. Beide Vorgänge, Lipogenese und Lipolyse, werden unter anderem durch die Hormone <a href="Insulin" title="Insulin">Insulin</a> und <a href="Adrenalin" title="Adrenalin">Adrenalin</a> beeinflusst.
</p><p>Eine Veränderung der gespeicherten Fettmenge geschieht hauptsächlich durch die Vergrößerung der gespeicherten Menge in der einzelnen Zelle. Es können sich aber auch neue Fettzellen aus Stammzellen bilden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Braunes_Fettgewebe">Braunes Fettgewebe</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Braunes_Fettgewebe" title="Braunes Fettgewebe">Braunes Fettgewebe</a></i></div>
<p>Die Aufgabe des braunen Fettgewebes ist die direkte Erzeugung von Wärme (<a href="Thermogenese" title="Thermogenese">Thermogenese</a>) aus dem gespeicherten Fett. Es ist im erwachsenen menschlichen Körper nur an wenigen Stellen zu finden, kommt aber noch bei Säuglingen vor oder bei Tieren, die <a href="Winterschlaf" title="Winterschlaf">Winterschlaf</a> halten.
</p><p>Die Zelle des braunen Fettgewebes hat viele kleinere Lipidtropfen und wird daher als <i>plurivakuolär</i> bezeichnet. Zudem ist sie reich an <a href="Mitochondrien" class="mw-redirect" title="Mitochondrien">Mitochondrien</a>, die den größten Teil der Energie aus dem Fettsäureabbau unter Mitwirkung von UCP-1 (uncoupling protein 1) direkt in Wärme umwandeln statt wie sonst in die <a href="Adenosintriphosphat" title="Adenosintriphosphat">ATP</a>-Synthese. Die braune Farbe kommt von den mitochondrialen <a href="Cytochrome" title="Cytochrome">Cytochromen</a> und von den <a href="Lipochrome" title="Lipochrome">Lipochromen</a>. Letztere sind in den Fetttröpfchen gelöst. Braunes Fettgewebe ist außerdem stark kapillarisiert und wird von sympathischen Nervenfasern dicht innerviert. Die sympathischen Reize stimulieren die <a href="Lipolyse" title="Lipolyse">Lipolyse</a> und den Fettsäureabbau.
</p><p>Bei Neugeborenen nimmt das braune Fett etwa fünf Prozent des Körpergewichts ein und ist am Rücken und entlang der großen Blutgefäße im Brustkorb konzentriert. Säuglinge sind aus verschiedenen Gründen für Unterkühlungen empfindlicher: Sie können nicht wie Erwachsene mit Zittern der Skelettmuskulatur reagieren und haben ein ungünstiges Oberflächen-Volumen-Verhältnis, so dass die Wärmeerzeugung im braunen Fett lebenswichtig sein kann. Beim Erwachsenen ist das braune Fett weitestgehend zurückgebildet, nur um die großen Arterien, im <a href="Mediastinum" title="Mediastinum">Mediastinum</a>, an den Nieren und unter den Achseln können sich noch Reste finden.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beiges_Fettgewebe">Beiges Fettgewebe</h2></div>
<p>Im Jahr 2009 berichteten diverse Forschergruppen, dass im Körper von erwachsenen Probanden weitere Anteile von braunen Fettzellen entdeckt wurden.<sup id="cite_ref-:1_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-:1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch genetische Analysen stellte sich im Jahr 2012 heraus,<sup id="cite_ref-:0_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dass es sich dabei um eine dritte, bisher unbekannte Art von Fettzellen handelt. Die als „beige Fettzellen“ benannten Adipozyten liegen diffus verteilt im weißen Fettgewebe und sind ähnlich wie die braunen Zellen reich an <a href="Mitochondrium" title="Mitochondrium">Mitochondrien</a>. Der Hauptunterschied zum braunen Gewebe besteht in der deutlich niedrigeren Konzentration eines Aktivierungsproteins (<a href="Thermogenin" title="Thermogenin">UCP1</a>), welches benötigt wird, um Energie umzusetzen. Es wird vermutet, dass beige Fettzellen durch bestimmte Hormone (z. B. <a href="Irisin" title="Irisin">Irisin</a>) und äußere Einflüsse (z. B. Kälte) aktiviert werden können und dann ähnlich wie das braune Fettgewebe an der Wärmeproduktion des Körpers mitwirken.<sup id="cite_ref-:1_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-:1-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine externe Aktivierung der beigen Zellen ist daher für die zukünftige Behandlung der <a href="Adipositas" title="Adipositas">Adipositas</a> von Interesse.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fettmessungsgeräte_u._-methoden"><span id="Fettmessungsger.C3.A4te_u._-methoden"></span>Fettmessungsgeräte u. -methoden</h2></div>
<p>Während in der breiten Bevölkerung der Körperfettanteil und die Fettverteilung meist eine untergeordnete Rolle im Alltag spielen, so ist für Spitzensportler oftmals unabdingbar, die Körperzusammensetzung und damit auch verbunden den genauen Körperfettanteil zu wissen. Der Bodybuildingsport ist das wohl beste Beispiel dafür. Hierfür kann man zur Fettmessung verschiedene Geräte und Methoden nutzen. Während Fettmessgeräte wie beispielsweise Körperwaagen mit Fettmessfunktion eher eine einfache Art der Handhabung und dafür ungenauere Ergebnisse anbieten und für Hobbyathleten dennoch ausreichend sein mögen, so setzen ambitionierte <a href="Athlet" title="Athlet">Athleten</a> und Profisportler auf viel genauere Methoden wie die Messung mit einem Caliper, einer sogenannten Fettmesszange, die BIA (<a href="Bioelektrische_Impedanzanalyse" title="Bioelektrische Impedanzanalyse">bioelektrische Impedanzanalyse</a>) oder gar einen DEXA-Scan.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Messung mit einem Caliper ist weit verbreitet und bietet unterschiedliche Messmethoden, wie beispielsweise die Jackson-Pollock-Methode oder die Durnin-Womersley-Methode, und ist auch von Laien einfach durchzuführen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stammzellengewinnung_aus_dem_Fettgewebe">Stammzellengewinnung aus dem Fettgewebe</h2></div>
<p>Jahrzehntelang wurden <a href="Stammzelle" title="Stammzelle">Stammzellen</a> vorrangig aus Knochenmark für medizinische Zwecke extrahiert. Die Grundlagenforschung für diese neue Stammzellengewinnung ist noch ausbaufähig, dennoch können aus dem Fettgewebe mesenchymale Stammzellen isoliert und weiterverwendet werden. Die Fettstammzellen (<i>adipose-derived stem cells</i> ASC) beinhalten viele multipotente Stammzellen und die Gewinnungsmethode ist schonender verglichen mit der Knochenmarkspende.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In mehreren europäischen Ländern (bspw. Tschechien) wird diese Methode schon angewendet. Weil dieses Verfahren in Deutschland unter das Gewebegesetz fällt und die Extraktion- und Weiterverwendungsmethode als Arzneimittel gilt, ist die behördliche Genehmigung noch nicht abgeschlossen (Stand 2018).<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Adipositas" title="Adipositas">Adipositas</a></li>
<li><a href="Babyspeck" title="Babyspeck">Babyspeck</a></li>
<li><a href="Fettabsaugung" title="Fettabsaugung">Fettabsaugung</a> (Liposuktion)</li>
<li>Fettkörper (<a href="Corpus_adiposum" title="Corpus adiposum">Corpus adiposum</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Johannes_Sobotta" title="Johannes Sobotta">Johannes Sobotta</a>, <a href="Ulrich_Welsch" title="Ulrich Welsch">Ulrich Welsch</a>: <i>Lehrbuch Histologie. Zytologie, Histologie, Mikroskopische Anatomie.</i> 2. Auflage. Urban & Fischer, 2005, ISBN 3-437-42421-1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Fettgewebe" class="extiw external" title="wikt:Fettgewebe">Wiktionary: Fettgewebe</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-:0-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Jun Wu, Pontus Boström u. a.: <i>Beige Adipocytes Are a Distinct Type of Thermogenic Fat Cell in Mouse and Human.</i> In: <i>Cell.</i> 150, 2012, S. 366, <a href="https://doi.org/10.1016/j.cell.2012.05.016" class="extiw external" title="doi:10.1016/j.cell.2012.05.016">doi:10.1016/j.cell.2012.05.016</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-:1-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:1_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:1_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:1_2-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wissenschaft.de/allgemein/das-neue-fett-ist-beige/">Sabine Kurz: <i>Das neue Fett ist beige.</i> Bild der Wissenschaft, 13. Juli 2012</a>, zuletzt abgerufen am 9. September 2019.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">J. Fanghänel, F. Pera, F. Anderhuber u. a. (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Waldeyer Anatomie des Menschen</cite>. 17. Auflage. De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-016561-9, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>1222</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=WCPGbA4peK0C&pg=PA1222&dq=Anatomie+Unterhautfettgewebe&hl=de&ei=1_fITproBsHg8gP6qJGPAQ&sa=X&oi=book_result&ct=result#v=onepage&q=Anatomie%20Unterhautfettgewebe&f=false">Vorschau</a> [abgerufen am 20. November 2011]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fettgewebe&rft.btitle=Waldeyer+Anatomie+des+Menschen&rft.date=2003&rft.edition=17&rft.genre=book&rft.isbn=3110165619&rft.pages=1222&rft.place=Berlin&rft.pub=De+Gruyter" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Das Beharrungsvermögen der Adipozyten oder warum alle Diäten versagen.</i> In: <i>Deutsches Ärzteblatt.</i> 7. Mai 2008. <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20130627023352/http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/32264">(online)</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.aerzteblatt.de%2Fnachrichten%2F32264">Originals</a></span> vom 27. Juni 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/32264">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/32264">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.aerzteblatt.de</span></span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">K. J. Kingsbury, S. Paul, A. Crossley, D. M. Morgan: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">The Fatty Acid Composition of Human Depot Fat</cite>. In: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Biochemical Journal</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>78</span>, März 1961, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>543</span>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1205373/">PMC 1205373</a> (freier Volltext) – (englisch).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fettgewebe&rft.atitle=The+Fatty+Acid+Composition+of+Human+Depot+Fat&rft.au=K.+J.+Kingsbury%2C+S.+Paul%2C+A.+Crossley%2C+...&rft.btitle=Biochemical+Journal&rft.date=1961-03&rft.genre=book&rft.pages=543&rft.pmc=1205373&rft.volume=78" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fitnsexy.de/2024/09/13/optimale-fettmessung-geraete-vs-fettzange/"><i>Optimale Fettmessung: Geräte vs. Fettzangen | Fit'n Sexy.</i></a> 13. September 2024,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 22. September 2024</span> (deutsch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFettgewebe&rft.title=Optimale+Fettmessung%3A+Ger%C3%A4te+vs.+Fettzangen+%7C+Fit%27n+Sexy&rft.description=Optimale+Fettmessung%3A+Ger%C3%A4te+vs.+Fettzangen+%7C+Fit%27n+Sexy&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.fitnsexy.de%2F2024%2F09%2F13%2Foptimale-fettmessung-geraete-vs-fettzange%2F&rft.date=2024-09-13&rft.language=de-DE"> </span></span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Kuhbier, J. W.; Weyand, B.; Sorg, H.; Radtke, C.; Vogt: <cite style="font-style:italic">Stammzellen aus dem Fettgewebe : Eine neue Ressource für die regenerative Medizin?</cite> Hrsg.: Der Chirurg; Zeitschrift für alle Gebiete der operativen Medizen. 81. Auflage. Hannover 2010, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>826–832</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Fettgewebe&rft.au=Kuhbier%2C+J.+W.%3B+Weyand%2C+B.%3B+Sorg%2C+...&rft.btitle=Stammzellen+aus+dem+Fettgewebe+%3A+Eine+neue+Ressource+f%C3%BCr+die+regenerative+Medizin%3F&rft.date=2010&rft.edition=81&rft.genre=book&rft.pages=826-832&rft.place=Hannover" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">J. Jobst: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ratgeber.kigorosa.de/stammzellen-aus-knochenmark-nabelschurblut-oder-fettgewebe/"><i>Stammzellen aus Knochenmark, Nabelschurblut oder Fettgewebe.</i></a> In: <i>Kigorosa.</i> Roman Safreider, 3. Oktober 2018,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13. März 2019</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFettgewebe&rft.title=Stammzellen+aus+Knochenmark%2C+Nabelschurblut+oder+Fettgewebe&rft.description=Stammzellen+aus+Knochenmark%2C+Nabelschurblut+oder+Fettgewebe&rft.identifier=https%3A%2F%2Fratgeber.kigorosa.de%2Fstammzellen-aus-knochenmark-nabelschurblut-oder-fettgewebe%2F&rft.creator=J.+Jobst&rft.publisher=Roman+Safreider&rft.date=2018-10-03"> </span></span>
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